Niederschlagsradar  

   

   

Warnung Lkr. NEW  

Wetterwarnung für Kreis Neustadt a.d. Waldnaab :
Amtliche WARNUNG vor FROST
Donnerstag, 19.Sep. 00:00 bis Donnerstag, 19.Sep. 07:00
Vor allem in Tal- und Muldenlagen tritt leichter Frost bis -1 °C auf. In Bodennähe wird leichter Frost bis -3 °C erwartet.
1 Warnung(en) aktiv
Quelle: Deutsche Wetterdienst
Letzte Aktualisierung 18.09.2019 - 16:12 Uhr
   

 

 

Blickt man derzeit auf das Thermometer und anschließend auf den Kalender, so stellt vermutlich manch einer fest: Passt! Sowohl kalendarisch als auch wettertechnisch ist Winter angesagt. Klar, in weiten Teilen des Landes liegt zwar kein Schnee, aber immerhin machen die Temperaturwerte der Jahreszeit alle Ehre. Und kaum ist es draußen mal richtig kalt, schon schränken unzählige Tröpfchen an den Rändern der Fensterinnenseiten die freie Sicht aus der warmen Stube nach draußen ein. Um physikalisch erklären zu können, warum es denn eigentlich am Fenster zu dieser Tröpfchenbildung kommt, muss man sich mit der relativen Luftfeuchtigkeit beschäftigen.

 

Die relative Luftfeuchte beschreibt das Verhältnis zwischen dem tatsächlichen und dem maximal möglichen Wasserdampfgehalt des betrachteten Luftvolumens (meistens 1 m³ Luft) und wird üblicherweise in Prozent angegeben. Eine relative Luftfeuchte von 100 % bedeutet also, dass die Luft genauso viel Wasserdampf enthält, wie es ihr maximal möglich ist. Sie ist dann gesättigt und kann keinen weiteren Wasserdampf mehr aufnehmen. Wird dann doch noch weiterer Wasserdampf zugeführt, kondensiert dieser überschüssige Wasserdampf und es entstehen Tröpfchen. In freier Wildbahn kann man dieses "Phänomen"

zum Beispiel bei der Bildung von Tau, Nebel oder Wolken beobachten.

 

Wie viel Wasserdampf nun ein bestimmtes Luftvolumen aufnehmen kann, hängt von der Lufttemperatur ab. Wärmere Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kältere. Während beispielsweise 1 m³ Luft bei 15 Grad

13 g Wasserdampf speichern kann, sind bei 0 Grad nur noch maximal 5 g möglich. Bei -18 Grad, wie beispielsweise in der Nacht zum vergangenen Montag an der Station Deutschneudorf-Brüderwiese

(Erzgebirge) gemessen, reicht sogar schon etwa 1 g Wasserdampf um 1 m³ Luft "satt" zu bekommen.

 

Übertragen wir das mal auf die Fensterinnenseite: Vor allem im Winter gehören Fensterscheiben mit zu den kältesten Stellen eines Raums, d.h. die Luft, die sich direkt am Fenster befindet, hat eine niedrigere Temperatur als beispielsweise die in der Mitte des Raums.

Da die Wasserdampfmenge in einem Raum aber im Normalfall überall gleich ist, ist die relative Luftfeuchte direkt am Fenster am höchsten und somit auch die Neigung zur Kondensation. Um dies so gut wie möglich zu verhindern, stehen Heizungen auch häufig unter den Fenstern.

 

Damit dieses Kondenswasser nicht zum Problem wird (Stichwort Schimmelbildung), ist es wichtig, der erhöhten relativen Luftfeuchte an bestimmten Stellen im Raum entgegen zu wirken, z.B. indem man mehrmals täglich für wenige Minuten stoßlüftet. Dadurch gelangt kühlere Luft in den Raum, die im Normalfall deutlich weniger Wasserdampf beinhaltet als die bisherige Raumluft. Vermischt sich nun die einfließende Luft mit der Raumluft und der unmittelbar am Fenster vorhandenen feuchten Luft, sinkt insgesamt der absolute Wasserdampfgehalt der Luft im Raum. Häufig ist dieser Effekt sogar so stark, dass nicht nur die Raumtemperatur, sondern auch die relative Luftfeuchtigkeit im gesamten Raum sinkt. Schließt man nun die Fenster und kurbelt die Heizung wieder an, bleibt die absolute Wasserdampfmenge in der Luft unverändert, ihre Temperatur nimmt aber

- sofern die Heizung ihren Job macht - wieder zu. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt also weiter ab, bis entweder die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist oder Feuchtequellen wie beispielsweise feuchte Klamotten auf dem Wäscheständer sich in den Wasserdampfgehalt der Luft einmischen.

 

Aber nicht nur Ihre Fensterdichtungen werden Ihnen für ein regelmäßiges Lüften dankbar sein, sondern sicherlich auch Ihr Körper und Geist. Letztere aber wohl eher für die Zunahme des Sauerstoffgehalts im Raum.

 

 

Dipl.-Met. Tobias Reinartz

Deutscher Wetterdienst

Vorhersage- und Beratungszentrale

Offenbach, den 22.01.2019

 

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Wie sieht es in den Flüssen aus?

 

Der bald zu Ende gehende November 2018 schickt sich an, der mittlerweile zehnte zu trockene Monat hintereinander in Deutschland zu werden (siehe dazu auch die Grafik zum Niederschlag von Januar bis Oktober 2018 unter https://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/11/27.html). Kein Wunder ist es daher, dass aufgrund des deutlichen Niederschlagsdefizits die Flusspegel der meisten Flüsse weiterhin sehr niedrig sind.

 

So wurde beispielsweise in Köln am heutigen Dienstagmorgen ein Pegel von 81 cm gemeldet. Damit liegt der Wasserstand zwar immerhin um 14 cm über dem (noch inoffiziellen) Rekordwert des Niedrigwassers von 67 cm vom 23. Oktober 2018, aber eben auch noch auf "Augenhöhe" mit dem nach der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) bisherigen Rekordhalter des Niedrigwassers von 81 cm vom 29.

September 2003.

 

Bei solchen Pegelständen ist die Schifffahrt nur stark eingeschränkt möglich. Tankschiffe können derzeit nur rund ein Drittel bis die Hälfte der normalen Benzin- und Dieselmenge laden. Ein voll beladenes Tankschiff transportiert etwa die Menge von 80 Tanklastwagen. In Nordrhein-Westfalen wurde aufgrund der Lage bereits das Sonntags- und Feiertagsfahrverbot für Tanklaster bis Mai 2019 ausgesetzt. Andere Bundesländer könnten nach Willen des Verkehrsministers Andreas Scheuer folgen.

 

Infolge der schlechten Treibstoffversorgung über die Flüsse gibt es bei den Spritpreisen ein deutliches Nord-Süd-Gefälle im Land. Kostete Diesel in norddeutschen Städten wie Bremen, Flensburg und Hamburg einschlägigen Spritpreisportalen zufolge heute Morgen um 1,28 Euro pro Liter, musste man in süddeutschen Städten wie Augsburg, Trier und Würzburg um 1,50 Euro dafür hinlegen. Eine satte Differenz also von über 20 Cent pro Liter! Bei den Superpreisen ist eine ähnliche Differenz zu beobachten.

 

Damit sich diese Situation ändert, bedürfte es mehrerer Tage hintereinander sogenannten "Landregens". Dabei fällt der Regen gleichmäßig und länger andauernd, sodass die vor allem in der Tiefe sehr trockenen Böden das Wasser gut aufnehmen können und sich die Flüsse langsam wieder füllen.

 

Tatsächlich sind für die nächsten Tage immer wieder Niederschläge in Aussicht, da sich eine Westwindwetterlage einstellen soll, mit der wiederholt Tiefausläufer zu uns geführt werden. Aufgrund ansteigender Temperaturen durch milde Winde vom Atlantik fallen die Niederschläge mehrheitlich als Regen. Allerdings sind die Mengen zunächst nicht so hoch, dass die Flusspegel deutlich steigen. Am Sonntag und Montag besteht nach den neuesten Vorhersagen aber die Chance auf eine Dauerregenlage, insbesondere im Westen und Südwesten des Landes.

Damit wäre eine erste leichte Entspannung der Lage möglich.

 

Ob sich diese Tendenz in der kommenden Woche fortsetzt, steht indes noch in den Sternen. Eine seriöse Vorhersage, die über 7 oder 10 Tage hinausgehend, ist bislang kaum möglich. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt...

 

Dipl.-Met. Simon Trippler

Deutscher Wetterdienst

Vorhersage- und Beratungszentrale

Offenbach, den 27.11.2018

 

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Latente Energie ? die verborgene Kraft in der Wetterküche! Die latente Wärmeenergie [von lat. latere=verbergen] ist die Wärmeenergie, die bei konstanter Temperatur und konstantem Luftdruck für einen Aggregatzustandswechsel eines Stoffes benötigt bzw. bei einem Phasenübergang freigesetzt wird. Die Phasenübergänge zwischen den Aggregatzuständen fest und flüssig werden dabei als "Gefrieren" und "Schmelzen" bezeichnet. Zwischen den Zuständen flüssig und gasförmig spricht man von "Kondensieren" und "Verdunsten". Bei den Übergängen von fest und gasförmig ist schließlich die Rede von "Sublimieren" und "Resublimieren". Für die Meteorologie ist diesbezüglich der Stoff "Wasser" von besonderer Bedeutung, der bei seinen Phasenwechseln große Energiemengen in der Troposphäre umsetzt. Der Begriff "Latente Wärmeenergie" steht meist für die Wärmemenge, die im Wasserdampf als potentielle Energie gespeichert ist. Luft, die Wasserdampf enthält, besitzt aus diesem Grund auch immer eine große Energiemenge, die sich aber nicht in der Temperatur auswirkt und deshalb latent (verborgen) genannt wird. Diese Wärmemenge wird, global betrachtet, bei der Verdunstung hauptsächlich den Wasseroberflächen entzogen. Im Wasserhaushalt der Erde besteht die Verdunstungskomponente aus rund 86 Prozent Meeresanteil und rund 14 Prozent Landanteil. Während des Verdunstungsvorgangs wird der Verdunstungsoberfläche Wärme entzogen, wobei ihre messbare Temperatur absinkt. Dieser verdunstungsbedingte Abkühlungseffekt kann schließlich bei den unterschiedlichsten Wetterphänomenen beobachtet werden. Im Winter ist beispielsweise ein rasches Absinken der Schneefallgrenze mit der Verdunstungsabkühlung in Verbindung zu bringen. Fällt Niederschlag, anfangs als Regen, in eine trockene bodennahe Schicht, verdunstet er zunächst und kühlt somit die Schicht ab. Nachfolgend sinkt die Schneefallgrenze ab. Vor allem in den Tälern der Gebirge lässt sich dieser Vorgang besonders gut nachvollziehen. Des Weiteren kann eine signifikante Verdunstungsabkühlung z.B. im Umfeld von tropischen Wirbelstürmen festgestellt werden. Diese beziehen den Großteil ihrer benötigten Energie aus dem Meeresoberflächenwasser. Bei der Verdunstung wird dem Meerwasser Wärmeenergie entzogen, was eine deutliche Erniedrigung der Temperatur der Wasseroberfläche zur Folge hat. Mit Durchzug von Hurrikan ?Katrina? im Golf von Mexiko fiel beispielsweise die Wasseroberflächentemperatur um etwa 1 Grad von 32 auf 31 Grad ab (vom 29. Zum 30. August 2005). Bei der Kondensation (Übergang gasförmig-flüssig) oder Sublimation (Übergang gasförmig-fest) des Wasserdampfes wird die latente Wärmeenergie schließlich wieder freigesetzt. In der Troposphäre erhöht sich dabei die Lufttemperatur der Umgebung. Dieser kondensationsbedingte Erwärmungsseffekt tritt z.B. bei der Wolken- und Niederschlagsbildung auf. Besonders bei Gewitterwolken, den sogenannten "Cumulonimbi", ist die Freisetzung von latenter Energie von großer Bedeutung. Je mehr Wasserdampf kondensiert, umso mehr Wärmeenergie wird freigesetzt und desto größer sind die Aufwinde in der Wolke. Dies ist auch der Grund, weshalb sich vor allem an schwülheißen Sommertagen, an denen die Luft über einen hohen Feuchtegehalt verfügt, kräftige Gewitter entwickeln können. Von diesen Tagen sind wir in Deutschland derzeit allerdings weit entfernt. Auch wenn sich der Oktober teilweise sommerlich zeigte und auch der November sich in den nächsten Tagen anschickt, örtlich Temperaturen bis 20 Grad zu erreichen. Ein Blick auf die Alpensüdseite kann sehr schön die Effekte der latenten Energie sichtbar machen. Wie im Thema des Tages vom 27. Oktober beschrieben, kam es in Italien durch kräftige Gewitter, die sich teilweise zu mächtigen Clustern zusammenschlossen, zu heftigen konvektiven Niederschlägen. Da das Mittelmeer noch über eine relativ hohe Oberflächenwassertemperatur verfügt, können die bodennahen Luftmassen entsprechend erwärmt und mit Feuchte angereichert werden. Die induzierte Hebung der Luft in höheren Schichten setzt, wie beschrieben, die "latente Energie" frei und verstärkt somit die vertikalen Windgeschwindigkeiten. Aber auch die am 27. Oktober betrachteten intensiven Niederschläge an den orographischen Hindernissen wie Alpen und Apenninen verfügten durch die gestauten, sehr feuchten und warmen Luftmassen vom Mittelmeer über einen gewissen Antrieb durch die "latente Energie". Dipl.-Met. Lars Kirchhübel Deutscher Wetterdienst Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach, den 31.10.2018 Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Deutschlandwetter im Oktober 2018

 

Besonders warme Orte im Oktober 2018*

1. Platz Bad Bergzabern (Rheinland-Pfalz)              13,0 °C              Abweich.   3,0

Grad

2. Platz Helgoland (Schleswig-Holstein)    13,0 °C              Abweich.   1,3

Grad

3. Platz Norderney (Niedersachsen)          12,9 °C              Abweich.   2,1 Grad

 

Besonders kalte Orte im Oktober 2018*

1. Platz Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen)               7,5 °C  Abweich.   2,0 Grad

2. Platz Schierke (Sachsen-Anhalt)            7,8 °C  Abweich.   1,4 Grad

3. Platz Carlsfeld (Sachsen)           7,8 °C  Abweich.   2,2 Grad

 

Besonders niederschlagsreiche Orte im Oktober 2018**

1. Platz Aschau-Stein (Bayern)  141,4 l/m²            102 Prozent

2. Platz Bischofswiesen-Loipl (Bayern)   130,7 l/m²          127 Prozent

3. Platz Ruhpolding-Seehaus (Bayern)   127,3 l/m²          94 Prozent

 

Besonders trockene Orte im Oktober 2018**

1. Platz Mettenheim (Rheinland-Pfalz)  3,2 l/m²               8 Prozent

2. Platz Worms (Rheinland-Pfalz)             3,6 l/m²                 8 Prozent

3. Platz Gernsheim (Hessen)      3,7 l/m²                 7 Prozent

 

Besonders sonnenscheinreiche Orte im Oktober 2018**

1. Platz Garmisch-Partenkirchen (Bayern)           189 Stunden      126 Prozent

2. Platz Attenkam (Bayern)         187 Stunden     148 Prozent

3. Platz Gelbelsee (Bayern)         187 Stunden     173 Prozent

 

Besonders sonnenscheinarme Orte im Oktober 2018**

1. Platz Bad Hersfeld (Hessen)  114 Stunden     112 Prozent

2. Platz Eisenach (Thüringen)       120 Stunden   122 Prozent

3. Platz Artern (Thüringen)           121 Stunden   128 Prozent

 

oberhalb 920 m NN sind Bergstationen hierbei nicht berücksichtigt.

 

*  Monatsmittel sowie deren Abweichung vom vieljährigen Durchschnitt (int. Referenzperiode 1961-1990).

 

** Prozentangaben bezeichnen das Verhältnis des gemessenen Monatswertes zum vieljährigen

    Monatsmittelwert der jeweiligen Station (int. Referenzperiode, normal = 100 Prozent).

 

-   keine Mittelwerte vorhanden

 

Hinweis:

 

Einen ausführlichen Monatsüberblick für ganz Deutschland und alle Bundesländer finden Sie im Internet unter www.dwd.de/presse.

 

 

Meteorologe Christian Throm

Deutscher Wetterdienst

Vorhersage- und Beratungszentrale

Offenbach, den 02.11.2018

 

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst

Wieviel Energie steckt eigentlich in einer Wolke?

 

Viele Menschen haben den Eindruck, Wolken seien schwerelos und schweben leise über der Erde. Gerade beim Blick aus dem Flugzeug wirken sie federleicht. Und selbst große Gewitterwolken geben uns trotz ihres bedrohlichen Aussehens nicht gerade den Eindruck, als seien sie tausende Tonnen schwer.

 

Wagen wir uns deshalb an ein kleines Gedankenexperiment und fragen uns, wie viel eine flauschige "Schönwetterwolke" wohl wiegen könnte.

Schönwetterwolken werden in Fachkreisen auch als Kumuluswolken (Cumulus humilis oder Cumulus mediocris) bezeichnet. Bei den Kumuli (Plural von Kumulus) handelt es sich um reine Wasserwolken, die im tiefsten der drei Wolkenstockwerke in einer Höhe zwischen 600 m und etwa 2 km zu finden sind. Eiswolken sind im Gegensatz dazu in deutlich größeren Höhen anzutreffen. Die Temperatur schwankt im Innern der Wolke etwa zwischen -10 und +10 Grad, die Wolkentröpfchen können also auch "unterkühlt" (d. h. im flüssigen Aggregatszustand mit einer Temperatur unter dem Gefrierpunkt) vorliegen.

 

Gehen wir also davon aus, dass diese Wolke etwa 500 Meter breit, 500 Meter lang und 500 Meter hoch ist und nehmen nun der Einfachheit halber an, dass Luft bei einer Temperatur von 0 Grad Celsius etwa 5 Gramm Wasser pro Kubikmeter aufnehmen kann. Dann bringt alleine das Wasser unserer Quellwolke ein unglaubliches Gewicht von 625 Tonnen (entspricht 625 m³ Wasser) auf die Waage ? das Gewicht der Luft nicht eingerechnet. Unsere kleine, flauschige Schönwetterwolke wiegt also genauso viel, wie 125 ausgewachsene, afrikanische Elefanten. Und mit den Wassermassen könnte man etwa 4200 Badewannen oder ein quadratisches Schwimmbecken mit einer Tiefe von 2 Metern und einer Seitenlänge von etwa 18 Metern füllen.

 

Bei einem gewittrigen Schauer im Sommer können auch schon mal 15 bis

25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit aus einer Gewitterwolke fallen. Allerdings zieht die Wolke noch mehrere Kilometer weiter und regnet dabei immer weiter ab. Entsprechend bringt es die für unseren Sommer durchschnittliche Gewitterwolke gut und gerne auf über eine Million Tonnen. In den Tropen können sie sogar noch um ein vielfaches schwerer sein. Auch wenn Wolken federleicht aussehen, sollte spätestens jetzt klar sein, dass es sich dabei wohl eher um ?meteorologische Schwergewichte? handelt.

 

Noch beeindruckender ist übrigens die Energie, die in Form von Wasserdampf in den Wolken steckt. Um dies zu berechnen, kann man annehmen, dass es etwa 2500 Kilojoule an Energie benötigt, um 1 Kilogramm flüssiges Wasser mit einer Temperatur von 0 Grad Celsius in Wasserdampf umzuwandeln. Rechnet man dies auf den Wassergehalt unserer Wolke hoch, schlagen sagenhafte 1.562.500.000 Kilojoule (entspricht etwa 1,56 Terajoule ) zu Buche. Konvertiert man diesen Wert in die allgemein geläufigere Einheit Wattstunde, so stecken gute

434.028 Kilowattstunden (kurz kWh) an Energie in einer solchen Wolke.

 

 

Auf Anhieb wird man sich jedoch auch unter der Energiemenge in Kilowattstunden nur wenig vorstellen können. Anhand einiger Beispiele wird jedoch schnell klar, dass es sich hierbei um eine gewaltige Menge handeln muss, die in der harmlos aussehenden Schönwetterwolke steckt. Denn die 434.028 kWh entsprechen der bei einer Explosion von etwa 375 Tonnen Trinitrotoluol (kurz: TNT - wohl einer der bekanntesten Sprengstoffe) frei werdenden Energie und ist damit fast zehnmal so hoch, wie die Sprengkraft der stärksten konventionellen Bombe mit dem Namen ?Vater aller Bomben? (kurz: FOAB), die von Russland erstmals im Jahr 2007 gezündet wurde.

 

Nimmt man an, dass ein Elektroauto der Mittelklasse einen Verbrauch von 20 kWh auf 100 Kilometern Strecke aufweist, so kommt man mit der Energie einer Kumuluswolke stolze 2,2 Millionen Kilometer weit. Das entspricht ganzen 55 Erdumrundungen entlang des Äquators. Alternativ könnte man mit der Energie auch einen handelsüblichen Haartrockner mit 2000 Watt über 25 Jahre hinweg dauerhaft betreiben.

 

MSc.-Met. Sebastian Schappert

Deutscher Wetterdienst

Vorhersage- und Beratungszentrale

Offenbach, den 23.10.2018

 

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